Kleintransporter ohne ESP können leicht kippen

Club fordert serienmäßige Ausrüstung aller Klein-Lkw mit ESP, Notbrems- und Spurhaltesysteme

Transporterunfälle sind meist Schleuderunfälle, die mit Überschlägen, Baumanprallen oder Gegenverkehrskollisionen enden - Tendenz steigend. Ein aktueller ÖAMTC-Test zeigt, dass Kleintransporter bereits ab einer Geschwindigkeit von 54 km/h stark kipp- und schleudergefährdet sind. Ein Vergleichstest mit Klein-Lkw, die über ESP verfügen, hat ergeben, dass auch mit 63 km/h keinerlei Gefahr eines Ausbrechens oder Umkippens des Fahrzeuges besteht. Fazit: Durch ESP wird die Kipp- und Schleudergefahr und damit die Unfallgefahr erheblich gesenkt. "Allerdings ist nur einer von elf Transportern serienmäßig mit ESP ausgerüstet", sagt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Der Club fordert daher eine serienmäßige Ausrüstung aller Transporter mit ESP, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken.

Transporter sind außerdem sehr häufig in Auffahrunfälle verwickelt. In einem Crashtest wurde ein Auffahrunfall (Kleintransporter auf Pkw) simuliert: "Das Ergebnis fiel erwartungsgemäß schlecht für den Pkw aus", erklärt der ÖAMTC-Techniker. "Während sich beim Transporter lediglich der Motorraum etwas verformt hat, hätte der Crash für die Pkw-Insassen dramatisch geendet." Die Gefahr von Nackenverletzungen ist bei dieser Unfallart sehr hoch. "Vor allem wenn das auffahrende Fahrzeug eine hohe Masse besitzt, muss mit schweren Verletzungen gerechnet werden. Durch einen Bremsassistenten könnten schwere Auffahrunfälle vermieden werden", so der Club-Experte.

Der Club-Techniker fordert die serienmäßige Ausrüstung aller Transporter mit ESP, sowie die Einführung von Notbrems- und Spurhalteassistenten. "Bei schweren Fahrzeugen ist es besonders wichtig Unfälle zu vermeiden. Fahrerassistenzsysteme können hier maßgeblich dazu beitragen", so Kerbl.

Brandrisiko beim Kleintransporter-Crashtest

In einem dritten Testversuch wurde die Insassensicherheit im Transporter selbst untersucht. Der Klein-Lkw wurde dazu mit knapp 60 km/h gegen eine Hindernis gefahren. Gut bewertet wurde dabei der Schutz des Kopfes durch den Airbag. Allerdings zeigten sich Deformationen am Armaturenbrett, im Fußraum und an den Pedalen, die auf eine hohe Einklemmungsgefahr der Insassen hinweisen. Besonders kritisch: "Während des Crashs wurde der Tank undicht. Der Kraftstoff floss ungünstigerweise genau über das heiße Auspuffrohr, was ein erhebliches Brandrisiko birgt", so Kerbl. Eine Lösung wäre, den Tankeinfüllstutzen durch ein flexibles Rohr zu ersetzen oder Sollbruchstellen im oberen Bereich des Stutzens einzuführen. "Damit kann die Gefahr eines Kraftstoffaustrittes stark verringert werden", sagt der ÖAMTC-Experte.

Quelle: ÖAMTC

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