Autos fahren bei Nebel oft mit schlechter Beleuchtung

Tagfahrleuchten ersetzen Abblendlicht bei schlechter Sicht nicht

Trotz des derzeit vielerorts starken Nebels sind viele Fahrzeuge nur mit Tagfahrlicht unterwegs . Tagfahrleuchten haben aber weniger Leuchtkraft als normales Abblendlicht. Das Rücklicht bleibt finster , daher nimmt der nachkommende Verkehr das vorne fahrende Fahrzeug erst später wahr und Auffahrunfälle sind programmiert . "Abgesehen von dem erhöhten Unfallrisiko muss man auch mit Strafen von theoretisch bis zu 5.000 Euro rechnen", warnt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Im Normalfall wird ein Organmandat in Höhe von 36 Euro ausgestellt. Bei einer Anzeige kann die Strafhöhe einige hundert Euro ausmachen. Das heißt, bei schlechter Sicht ist immer das Abblendlicht einzuschalten. Bei starkem Nebel auch an die Nebelschlussleuchten denken.
 
Wenn fehlende, falsche oder schadhafte Beleuchtung zu einem Verkehrsunfall führt, hat das Auswirkungen auf die Verschuldensquote . "Beispielsweise muss sich ein Bevorrangter den Einwand des Benachrangten gefallen lassen, dass er wegen fehlender Beleuchtung zu spät erkannt worden ist bzw. mit richtiger Beleuchtung der Unfall vermutlich hätte vermieden werden können", sagt der ÖAMTC-Jurist. Das Gleiche gilt beim Auffahrunfall. Auch wer vergessen hat, für das notwendige rote Licht nach hinten zu sorgen, dem wird vor Gericht ein Mitverschulden angelastet werden. "Wird wegen fehlender oder nicht ordnungsgemäß gewarteter Beleuchtung eine Person verletzt, treffen den Lenker auch entsprechende strafrechtliche Folgen, wegen fahrlässiger Körperverletzung ", erklärt der ÖAMTC-Jurist.
 
Die Haftpflichtversicherung muss aber in jedem Fall volle Leistung erbringen. Eine Kaskoversicherung kann sich ebenfalls nicht wegen einer ausgefallenen Lampe oder vergessener Nebelschlussleuchten sofort für völlig leistungsfrei erklären. Wenn aber mehrere Unfallursachen, wie fehlende Beleuchtung, zu hohe Geschwindigkeit und zu geringer Sicherheitsabstand zusammenkommen, kann die Kaskoversicherung grobe Fahrlässigkeit einwenden.Immer wieder sind Arbeitsfahrzeuge , etwa im landwirtschaftlichen Bereich, unzureichend oder gar nicht beleuchtet unterwegs. "Natürlich gelten auch für diese Fahrzeuge die Beleuchtungsvorschriften des Kraftfahrgesetzes", sagt der ÖAMTC-Jurist und fügt hinzu: "Außerdem müssen die Leuchten sichtbar angebracht sein. Werden die Lichter beispielsweise von einer Schaufel verdeckt, gilt das Fahrzeug als unbeleuchtet."
 
Abschließender Tipp des ÖAMTC-Juristen: " Bei guter Sicht sind Nebelschlussleuchten verboten . Sie müssen daher auch sofort ausgeschaltet werden, sobald man aus dem Nebelgebiet wieder draußen ist." Die nach vorne strahlenden Nebelscheinwerfer sind hingegen immer erlaubt .

Arbeitsfahrzeuge müssen ebenso die Beleuchtungsvorschriften einhalten

ÖAMTC

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