Pannenstreifen befahren(Bildquelle: ASFINAG)

ASFINAG prüft temporäre Freigabe des Pannenstreifen als zusätzliche Fahrspur

Das Ziel wäre, den Verkehr länger flüssig zu halten und durch weniger Staus auch die Anzahl der Auffahrunfälle zu verringern.

Was in Deutschland, England, der Schweiz und den Niederlanden bereits seit Jahren funktioniert, wird von der ASFINAG jetzt an drei ausgewählten Streckenabschnitten geprüft: die temporäre Freigabe von Pannenstreifen für einen besseren Verkehrsfluss zu Spitzenzeiten.

"Gleich vorweg: Der Pannenstreifen bleibt, wir wollen ihn nicht abschaffen. Wir prüfen lediglich mittels Berechnungen und Computersimulationen auf drei, nur wenige Kilometer langen Abschnitten, ob eine temporäre Freigabe des Pannenstreifens möglich ist", sagt ASFINAG Geschäftsführer Rainer Kienreich. "International gibt es gute Erfahrungen damit. Wir wollen für unsere Kunden zu Spitzenzeiten einen besseren Verkehrsfluss. Und eines ist dabei wichtig: besserer Verkehrsfluss bedeutet weniger Auffahrunfälle und damit mehr Verkehrssicherheit." Fallen die Analysen positiv aus, könnten frühestens Ende 2019 die Pannenstreifen auf diesen Abschnitten zeitlich frei gegeben werden.

Bei den drei geprüften Streckenabschnitten handelt es sich um

  • A4 Ost Autobahn vom Knoten Prater bis zum Knoten Schwechat in Fahrtrichtung Nickelsdorf (rund acht Kilometer).

  • A1 West Autobahn von der Anschlussstelle Wallersee bis Salzburg Nord in beiden Fahrtrichtungen (rund sieben Kilometer)

  • A12 Inntal Autobahn, zwischen Innsbruck West und Zirl Ost, in beiden Fahrtrichtungen (rund neun Kilometer).

Voraussetzungen sind ein ausreichend breiter Pannenstreifen, lückenlose Kontrolle durch Verkehrskameras, ausreichende Anzeigemöglichkeiten für die Verkehrsteilnehmer sowie bauliche Adaptierungen, wie etwa die Errichtung zusätzlicher Pannenbuchten. Sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, könnte die Freigabe des Pannenstreifens erfolgen, sobald ein bestimmter Schwellenwert an Verkehrsstärke überschritten wird - und zwar noch bevor Stau entsteht. Angezeigt wird die Freigabe des Pannenstreifens durch Über-Kopf-Anzeigen, auf denen das Befahren der zusätzlichen Spur signalisiert ist.

Da die Freigabe des Pannenstreifens erfolgt, noch bevor es zu Staus kommt, bleibt der Verkehr länger flüssig. Weniger Staus bedeuten dann auch weniger Auffahrunfälle. Ob dies auch in der Praxis so zutrifft, soll jetzt analysiert werden.

Quelle: ASFINAG

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