Pollenallergie : Tipps beim Autofahren

Bis zu 30 Prozent höheres Unfallrisiko für Allergiker im Straßenverkehr

Immer mehr Österreicher können ein Lied davon singen. Die Nase rinnt , die Augen sind verschwollen und ein Niesanfall jagt den anderen. Pollen - die häufigsten Auslöser für Allergien - sind die lästigen Vorboten des Frühlings. "Viele unterschätzen jedoch die Auswirkungen , die Allergie-Symptome auf das Autofahren haben können", meint ÖAMTC-Verkehrsmediziner Heimo Vedernjak. "Tatsächlich besitzen sie aber ein ähnlich hohes Gefährdungspotenzial wie Sekundenschlaf oder Alkohol am Steuer." Internationale Studien belegen zudem, dass Allergiker ein bis zu 30 Prozent höheres Risiko haben, im Straßenverkehr zu verunglücken.

"Dieses erhöhte Risiko ist einerseits auf unmittelbare Allergie-Symptome wie tränende Augen, Juckreiz oder Niesanfälle zurückzuführen", erklärt der ÖAMTC-Mediziner. Verquollene Augen beeinträchtigen die Sehkraft und bei plötzlichen Niesattacken besteht die Gefahr, dass das Lenkrad verrissen wird. Hinzu kommt, dass beim Niesen die Augen unwillkürlich geschlossen werden, was bei 50 km/h einen Blindflug von bis zu 28 Metern zur Folge haben kann. "Andererseits können aber auch indirekte Folgen von Allergien, wie Müdigkeit oder ein möglicherweise eingeschränktes Reaktionsvermögen durch Medikamente zu Unfällen führen", so Vedernjak. "Besonders bei einer etwaigen Desensibilisierung ist große Vorsicht geboten." Auf jeden Fall sollten Allergiker Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker halten, wie sich etwaige Medikamente auf das Fahrverhalten auswirken können.

Allergiker und Autofahrer können einige Vorkehrungen treffen, um sich das Leben leichter zu machen und das Risiko eines Unfalls zu minimieren. Der ÖAMTC-Mediziner hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt :

  • Gut informieren : Pollenflugkalender sind in jeder Apotheke erhältlich und auch das Internet bietet zahlreiche Polleninformationsdienste, die aktuelle Belastungen aufzeigen.
  • Gute Selbsteinschätzung : Bei extremer Pollenbelastung und akuten allergischen Symptomen besser die Hände vom Steuer lassen.
  • Gute Vorsorge : Wer weiß, auf welche Pollenarten er besonders empfindlich reagiert, sollte im Auto ein entsprechendes Notfall-Set mit Medikamenten mitführen.
  • Gute Beratung : Achtung, viele Allergiemedikamente machen müde und verringern die Reaktionsgeschwindigkeit. "Vor der Einnahme von Medikamenten daher unbedingt einen Arzt bezüglich Fahrtüchtigkeit befragen", empfiehlt der ÖAMTC-Mediziner.
  • Gutes "Raumklima" : Gerade Pollenallergiker profitieren von kühler, trockener Luft. Daher vor und während der Fahrt die Autofenster unbedingt geschlossen halten und Lüftung ausgeschalten lassen. Eine Erleichterung für den Lenker sind Pollenfilter für die Lüftungsanlage, die es bereits für viele Automodelle gibt.
  • Gute Pflege : Den Innenraum in regelmäßigen Abständen mit Hilfe eines Staubsaugers mit Wasserfilter gründlich säubern.
  • Guter Schutz : Eine Sonnenbrille hält einen Teil der Pollen von den Augen fern. Außerdem schützt sie die Augenschleimhaut, die während der allergischen Reaktion lichtempfindlicher ist als sonst.

Quelle: ÖAMTC

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