Radhelme für Kinder im ÖAMTC-Test

Über die Hälfte erhielt die Bewertung "gut"

Ob Fahrrad, Skateboard oder Inlineskates - Kinder lieben die Mobilität auf Rädern und Rollen. "So eine Fahrt ist aber nicht immer ungefährlich. Alleine im Jahr 2005 sind in Österreich 750 Kinder als Fahrradfahrer verunglückt", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Um so wichtiger ist es, einen wirksamen Kopfschutz zu tragen. Der ÖAMTC hat deshalb acht Helme auf ihre Sicherheit sowie Komfort und Handhabung getestet. Ein überraschend gutes Ergebnis lieferten zwei der günstigsten Modelle im Test ab. Sowohl der Prophete 0901 als auch der Kinderhelm von Lidl erhielten die Bewertung "gut" und landeten auf den Plätzen drei und vier. Der Testsieg ging an den ALPINA Rocky, knapp gefolgt von UVEX Uvision Junior. Ebenfalls die Bewertung "gut" erhielt noch der ABUS Junior Racer auf Rang fünf. Mit einem "zufriedenstellend" mussten sich Cratoni Rapper, KED Swingo und Schlusslicht Ideale vom Otto Versand begnügen.

Gesamtsieger waren auch bei der Sicherheitsprüfung vorne

Wichtigstes Kriterium war die Überprüfung der Sicherheit. Mit einem Schlagtest im Stirn- und Hinterkopfbereich wurde die Stoßdämpfung der Helme bei einem Aufprall untersucht. Dabei schnitten der KED Swingo und der Alpina Rocky mit "sehr gut" ab. Sechs Modelle erhielten ein "gut". Das schlechteste Ergebnis bei diesem Test erzielte der ABUS Junior Racer.

Ob sich der Helm bei geschlossenem Kinnband nach vorne über den Kopf ziehen lässt, wurde mit dem Abstreiftest geprüft. "Nur ein Helm, der beim Sturz auf dem Kopf bleibt, kann seine Funktion erfüllen. Beim Cratoni Rapper und Ideale vom Otto Versand versagte etwa die Riemenhalterung. Beide Helme sind durchgefallen", erläutert Kerbl. Auch bei der Überprüfung der Kinnbandfestigkeit gab es mit ABUS Junior und KED Swingo zwei negative Ausreißer. Ein Problem beim Kinnband ist häufig das Verschlusssystem. "Helmschlössern fehlen oft Laschen oder Polster, die verhindern, dass beim Schließen die Haut eingezwickt wird. Wenn das Kinnband deshalb aber nur mehr locker geschlossen wird, sitzt der Helm nicht mehr fest", sagt Kerbl.

Die größten Mängel beim Sicherheitstest hat es bei den Reflektoren gegeben. Sogar die beiden Testsieger mussten mit einem "nicht ausreichend" beurteilt werden. Die beste Bewertung erhielt der Helm von KED.

Kaufentscheidung Handhabung und Komfort

Die Handhabung der getesteten Helme ist neben dem Design wesentlich für die Akzeptanz bei den Kindern. Hier gab es durchwegs schlechtere Noten als beim Sicherheitstest. Insgesamt schnitt der UVEX Uvision Junior aber am besten ab.

Getestet wurden Gewicht, Einstellbarkeit, Trageeigenschaften, Verarbeitung, Belüftung und Insektenschutz. Große Unterschiede zwischen den Produkten haben die Tester beim Gewicht herausgefunden, das von Hersteller zu Hersteller deutlich differenziert. So brachte etwa der schwerste Helm um rund 40 Prozent mehr Gewicht auf die Waage, als der leichteste. Mangelhaft waren die Gebrauchsanleitungen. Nur ein Helm konnte eine gute Gebrauchsanleitung vorweisen, der Rest wurde mit "befriedigend" bewertet.

"Hinsichtlich der Sicherheit halten alle Helme ein relativ gutes Niveau. Durch einfache Ergänzungen könnte man aber noch wesentliche Verbesserungen erreichen. Das trifft vor allem im Bereich der Handhabung zu", sagt der ÖAMTC-Techniker abschließend.

Die Ergebnisse aller getesteten Radhelm-Modelle kann man im Internet auf der ÖAMTC-Website nachlesen.

Quelle: ÖAMTC

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