Routine kann beim Fahren zum Risiko werden

Die häufigsten Gefahrenquellen: Nebentätigkeiten, Stress und Monotonie im Auto

Etwa jeder vierte Autofahrer legt pro Jahr mehr als 20.000 km zurück. Doch wie sehen sie aus, die österreichischen Vielfahrer? Der typische Vielfahrer ist überwiegend männlich und zwischen 30 und 50 Jahre alt. Er ist vorwiegend beruflich unterwegs und legt die meisten Kilometer auf der Autobahn zurück. Der Vielfahrer-Prototyp schätzt neuere Autos der Oberklasse mit besserer Ausstattung - bevorzugt Diesel. Fast täglich unterwegs, agiert er sicher und selbstbewusst, fährt gerne etwas schneller und hält tendenziell etwas weniger Abstand . Aufgrund der großen Erfahrung im Straßenverkehr ist er im Allgemeinen sicherer unterwegs als der Wenig- oder Normalfahrer . Aber ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa warnt: "Genau seine Routine kann dem Vielfahrer zum Verhängnis werden, vor allem dann, wenn das Autofahren zunehmend zur Nebensache wird."

Gefährliche Nebentätigkeiten : Viele Vielfahrer wollen die Zeit im Fahrzeug "sinnvoll nützen". Sie neigen dazu, zu viele Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen wie etwa Telefonieren , E-Mails checken, SMS schreiben, in Unterlagen blättern oder sich auf Besprechungen vorbereiten . Alle diese Nebentätigkeiten lenken vom Verkehrsgeschehen ab und erhöhen daher - auch beim routiniertesten Fahrer - das Unfallrisiko. Tipp der ÖAMTC-Verkehrspsychologin: "Ablenkende Nebentätigkeiten sollten in jedem Fall vermieden werden. Für wichtige Gespräche und notwendige Telefonkonferenzen besser an einer sicheren Stelle anhalten."

Die drei größten Gefahren für Vielfahrer

Stress, Zeitdruck und Ärger über andere Verkehrsteilnehmer : Die meisten Vielfahrer sind beruflich unterwegs oder pendeln täglich längere Strecken in die Arbeit. Stress und Zeitdruck führen schnell dazu, dass oft nicht auf die Geschwindigkeit geachtet wird. Vielfahrer, die ihren Fahrstil als eher zügig und flott beschreiben, fühlen sich - wenn sie unter Druck stehen - vor allem durch " Schleicher " und " Linksfahrer " behindert. Darauf mit "Drängeln" zu reagieren, kann jedoch lebensgefährlich sein. Manche Fahrer reagieren nicht nur mit Ungeduld, sondern mit richtigem Ärger und aggressivem Verhalten. Andererseits erleben Vielfahrer selbst häufig aggressives Verhalten im Straßenverkehr und haben von anderen Autofahrern oftmals ein eher negatives Bild. "Man kann aber lernen, mit seinem Ärger richtig umzugehen und seinen Stresspegel zu senken. Es gibt spezielle Stress- und Ärgerbewältigungstechniken , die zu einer entspannten und sicheren Fahrt verhelfen", so die ÖAMTC-Expertin.

Monotonie : Lange und vor allem monotone Fahrtstrecken machen auch routinierte Vielfahrer müde. Ein gutes Zeitmanagement, das Einplanen von regelmäßigen Pausen und Übernachtungen bei weiteren Dienstreisen sind ein absolutes Muss, um das Risiko ermüdungsbedingter Unfälle zu senken . "Offene Fenster, Kaffee oder ein lautes Radio wecken die Lebensgeister nur kurzzeitig. Auch wenn man versucht, die Müdigkeit zu überlisten, holt sie einen trotzdem oft in Sekundenschnelle wieder ein", gibt die ÖAMTC-Psychologin abschließend zu bedenken.

Quelle: ÖAMTC

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