Sekundenschlaf - 130 km/h : 180 Meter ohne Reaktion

Maximal 800 Kilometer als Tagesetappe mit dem Auto

"Gut und sicher ankommen", lautet die Devise der ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. Erste Anzeichen von Übermüdung wie ständiges Gähnen , schwere Augenlider , ein zunehmend starrer Blick oder Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich müssen daher unbedingt ernst genommen werden. "Gibt es das eine oder andere Anzeichen von Müdigkeit, unbedingt anhalten und eine Pause einlegen", sagt die Expertin. Werden Müdigkeitssymptome ignoriert, droht der gefährliche Sekundenschlaf. Vor allem monotone Strecken, die in der Nacht gefahren werden, sind heimtückisch. Das Risiko , einen Unfall infolge Übermüdung oder Sekundenschlaf zu verursachen, ist in den Nachstunden besonders hoch . "Wer bei 130 km/h auf der Autobahn fünf Sekunden einnickt, ist 180 Meter völlig reaktionslos unterwegs", erläutert die Expertin.

Übermüdung führt zu ähnlichen Symptomen wie übermäßiger Alkoholkonsum. Massive Aufmerksamkeits- und Konzentrationseinbußen , verlängerte Reaktionszeiten, falsche Einschätzung von Entfernungen und Geschwindigkeiten oder Schwierigkeiten die Fahrspur zu halten, sind die unweigerlichen Folgen. Es muss sofort angehalten werden, hier hilft nur noch schlafen oder ein Fahrerwechsel . Laut Unfallstatistik waren im vergangenen Jahr sechs Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle auf die Unfallursache Übermüdung zurückzuführen.

Tipps für lange Urlaubsfahrten mit dem Auto ÖAMTC

  • Gute Planung der Etappen: Bei langen Fahrten die Zeit nicht zu knapp kalkulieren und unbedingt ausreichend Pausen einplanen. Führt die Fahrt zum Ziel weiter als etwa 800 Kilometer , ist ein Zwischenstopp mit einer Übernachtungsmöglichkeit dringend anzuraten. Wer glaubt, als routinierter Autofahrer seinen eigenen Körper austricksen zu können, kann einem tödlichen Irrtum unterliegen.
  • Ausgeruht fährt doppelt gut: Nur ausgeschlafen und erholt hinter das Steuer setzen. Wichtig ist es, den persönlichen Biorhythmus zu beachten . Vor allem in der Zeit von zwei Uhr bis sechs Uhr Früh ist das Risiko ermüdungsbedingter Unfälle besonders hoch. Von Fahrten in der Nacht ist deshalb abzuraten. Auch am Nachmittag zwischen 14 Uhr und 16 Uhr kommt es zu einem biologischen Leistungsabfall.
  • Faustregel: Alle 200 Kilometer oder zwei Stunden eine Pause einlegen. Dabei wirkt ein kurzes Nickerchen genauso Wunder wie Bewegung an der frischen Luft.
  • Verpflegung nicht vergessen: Ausreichend Flüssigkeit trinken , am besten Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder Tee, keinesfalls Alkohol. Auf leichte und vitaminreiche Ernährung achten. Vitaminmangel führt zu Müdigkeit und Unkonzentriertheit. Fischgerichte, Salate, Joghurt und Obst sind zu empfehlen . Der Genuss von zu schweren oder üppigen Mahlzeiten erhöht die Gefahr von Schläfrigkeit.
  • Keine Lösung: Die ersten Anzeichen von Müdigkeit können nicht mit frischer Luft bei geöffnetem Fenster, lauter Musik oder einem aufputschendem Getränk wie Kaffee kompensiert werden. Dabei kommt es lediglich zu einer kurzfristigen jedoch trügerischen Besserung . Man fühlt sich vorübergehend etwas wacher, ist es aber nicht - der fehlende Schlaf und damit die verminderte Leistungsfähigkeit lassen sich nicht wett machen.
  • Verantwortung des Beifahrers : Um sicher ans Ziel zu kommen, ist auch der Mitfahrer gefordert. Oft fällt es einem Mitfahrenden früher auf, wenn der Fahrer von Müdigkeit geplagt wird. Wenn möglich auf langen Etappen öfters einen Fahrerwechsel durchführen.

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