Warnung vor Sekundenschlaf als Unfall-Ursache

Tagesetappen mit dem Auto sollten nicht länger als 800 Kilometer sein

Die kostbare Urlaubszeit will maximal ausgenützt werden, dazu zählt auch eine möglichst kurze Anreisezeit. Oft muten sich Autofahrer dabei zuviel zu. Doch sollten die Zeichen von Übermüdung wie ständiges Gähnen, schwere Augenlider, ein zunehmend starrer Blick oder Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich Ernst genommen werden. "Erkennt man ein oder mehrere Merkmale von Ermüdung, unbedingt anhalten und eine Pause einlegen. Vor allem monotone Strecken, die in der Nacht gefahren werden, bergen ein hohes Risiko für Unfälle wegen Sekundenschlafs", rät ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. "Wer bei 130 km/h auf der Autobahn fünf Sekunden einnickt, ist 180 Meter völlig reaktionslos unterwegs", erklärt die Club-Expertin.

"Studien zufolge sind 24 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle im hochrangigen Netz auf Übermüdung oder Sekundenschlaf zurückzuführen ", weiß Donosa. Übermüdung führt zu ähnlichen Symptomen wie übermäßiger Alkoholgenuss. Massive Aufmerksamkeits- und Konzentrationseinbußen, verlängerte Reaktionszeiten, falsche Einschätzung von Entfernungen und Geschwindigkeiten oder Schwierigkeiten die Fahrspur zu halten, sind die unweigerlichen Folgen. Es muss sofort angehalten werden, hier hilft nur noch schlafen oder ein Fahrerwechsel.

ÖAMTC-Tipps für lange Urlaubsfahrten mit dem Auto

  • Gute Planung der Etappen : Bei langen Fahrten die Zeit nicht zu knapp kalkulieren und unbedingt ausreichend Pausen einplanen. Führt die Fahrt zum Ziel weiter als etwa 800 Kilometer , ist ein Zwischenstopp mit einer Übernachtung smöglichkeit dringend anzuraten. Wer glaubt, als routinierter Autofahrer seinen eigenen Körper austricksen zu können, kann einem tödlichen Irrtum unterliegen. Laut Unfallstatistik passierten im vergangenen Jahr 34 tödliche Verkehrsunfälle infolge von Übermüdung.
  • Ausgeruht fährt doppelt gut : Nur ausgeschlafen und erholt hinter das Steuer setzen. Wichtig ist es, den persönlichen Biorhythmus zu beachten. Vor allem in der Zeit von zwei Uhr bis sechs Uhr Früh ist das Risiko ermüdungsbedingter Unfälle besonders hoch. Von Fahrten in der Nacht ist deshalb abzuraten. Auch am Nachmittag zwischen 14 Uhr und 16 Uhr kommt es zu einem biologischen Leistungsabfall.
  • Faustregel: Alle 200 Kilometer oder zwei Stunden eine Pause einlegen. Dabei wirkt ein kurzes Nickerchen genauso Wunder wie Bewegung an der frischen Luft.
  • Verpflegung nicht vergessen : Ausreichend Flüssigkeit trinken, am besten Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder Tee, keinesfalls Alkohol. Auf leichte und vitaminreiche Ernährung achten. Vitaminmangel führt zu Müdigkeit und Unkonzentriertheit. Fischgerichte, Salate, Joghurt und Obst sind zu empfehlen. Der Genuss von zu schweren oder üppigen Mahlzeiten erhöht die Gefahr von Schläfrigkeit.
  • Keine Lösung : Die ersten Anzeichen von Müdigkeit mit frischer Luft bei geöffnetem Fenster, lauter Musik oder einem aufputschenden Getränk wie Kaffee zu kompensieren. Dabei kommt es lediglich zu einer kurzfristigen jedoch trügerischen Besserung. Man fühlt sich vorübergehend etwas wacher, ist es aber nicht - der fehlende Schlaf und damit die verminderte Leistungsfähigkeit lassen sich nicht wett machen.
  • Verantwortung des Beifahrers : Um sicher ans Ziel zu kommen, ist auch der Mitfahrer gefordert. Oft fällt es einem Mitfahrenden früher auf, wenn der Fahrer von Müdigkeit geplagt wird. Wenn möglich, auf langen Etappen öfters einen Fahrerwechsel durchführen.

Quelle: ÖAMTC

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