Senioren sind keine schlechteren Autofahrer

Aber verstärkte Aufklärung gefordert, wie sich altersbedingte Leistungseinbußen im Straßenverkehr auswirken

Im Jahr 2020 wird rund jeder dritte Autofahrer älter als 60 Jahre sein. Doch wird diese vermehrte Anzahl von Senioren anders als die landläufige Meinung keine erhöhte Gefahr im Straßenverkehr darstellen. Gleichen ältere Menschen in der Regel doch nachlassende Reaktionsschnelligkeit und Sehschärfe sowie schlechtere Beweglichkeit z.B. beim Schulterblick zur Seite und nach hinten durch Erfahrung und Umsicht wieder aus und sind so zumindest bis zum 75. Lebensjahr an Unfällen recht selten beteiligt.

Dennoch, so die Quintessenz eines Symposiums des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) in Bonn, ist es in unserer Gesellschaft stärker als bislang notwendig, vor allem die älter werdenden Verkehrsteilnehmer darüber aufzuklären, welche Leistungseinbußen in welchem Alter zu erwarten sind und wie sich dies auf das Verhalten im Straßenverkehr auswirken kann. Dabei, so betonten die Experten übereinstimmend, ist die individuelle körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sehr unterschiedlich und nicht nur vom Lebensalter abhängig. Eine Gefährdung der Sicherheit geht daher vor allem von denjenigen aus, die ihre eigene Leistungsfähigkeit falsch einschätzen - und das gilt für jedes Alter.

Daher ist es sinnvoll, Verkehrsteilnehmer mit Leistungseinbußen oder Krankheiten gezielt auf potenzielle Gefahren aufmerksam zu machen. Als Risikofaktor gilt zwar die Kombination "Alter über 65" und "zwei oder drei Erkrankungen" mit entsprechender Einnahme von Medikamenten, doch wirkt hier allein die Aufklärung in vielen Fällen bereits Wunder, um sich und andere nicht zu gefährden. Menschen, die unter einer erhöhten Blendempfindlichkeit leiden, sollten z. B. nicht mehr bei Dunkelheit und Nässe fahren und auch unbekannte Fahrstrecken meiden. Wer merkt, dass er nicht mehr der Reaktionsschnellste ist, sollte versuchen, nicht im Berufsverkehr zu fahren, um nicht in Fahrsituationen getrieben zu werden, die ihn "unter Druck setzen" und bei der Vorfahrt, Einfädeln, Linksabbiegen oder im Verhalten mit Fußgängern zu einem Fahrfehler verführen.

Unisono abgelehnt wurden spezielle Senioren-Autos , da die bereits bestehenden und in Zukunft noch kommenden Fahrassistenzsysteme allen Autofahrern helfen. Das gleiche gilt für die generelle Gestaltung von Straßenräumen z. B. mit eindeutigen Vorfahrtsregelungen an Knotenpunkten, Vorab-Informationen zum Einordnen, deutlicher Markierung und verständlichen Verkehrsschildern. Dennoch ist hier baldiger Handlungsbedarf geboten, da es auf diesem Gebiet für Jung und Alt auf jeden Fall sehr hohen Besserungsbedarf gibt.

auto-reporter

Kommentare

Markenwelt