Sicherheitsausstattung bei 80 km/h Crashtest am Limit

Vordere Knautschzone verkleinert sich extrem, Schwere der Verletzungen steigt erheblich

Moderne Fahrzeuge

haben heutzutage einen hohen Sicherheitsstandard . Neben Airbags und Gurtstraffern haben die Autobauer natürlich auch konstruktiv an der Karosserie einiges für die Sicherheit getan. "Trotzdem können die besten Systeme den Autofahrer nicht vor sich selbst schützen . Mit jedem Kilometer pro Stunde mehr wird die Knautschzone bei einem Aufprall kleiner. Damit steigt auch das Ausmaß der Verletzungen bei einem Crash und natürlich auch die Todesgefahr", sagt Max Lang, Cheftechniker des ÖAMTC.

Der jüngste Crashtest des ÖAMTC , bei dem ein Fahrzeug mit 80 km/h - und nicht wie für gewöhnlich mit 64 km/h - zum Aufprall gebracht wurde, belegt, wie gravierend das Verletzungsrisiko mit der Geschwindigkeit steigt. So hat beispielsweise der sichere Renault Laguna bei einem früheren Crash nach Euro-NCAP-Norm mit fünf Sternen total überzeugt, da die Insassen unverletzt geblieben wären. Deshalb wurde der Laguna auch als Testfahrzeug für den jüngsten Crashtest eingesetzt. Bei einer nur 16 km/h höheren Geschwindigkeit zeigte sich, dass das Fahrzeug an der Grenze seiner Belastbarkeit angekommen ist. Das bedeutet: Im Vergleich zum Crash mit Tempo 64 verschlechtert sich die Situation bei Tempo 80 für die Insassen massiv. Der Fahrer ist einem hohen Verletzungsrisiko im Bereich der Brust ausgesetzt , denn trotz Gurt, Gurtstraffer und Airbag trifft die Brust des Fahrers hart auf das Lenkrad, das durch die Wucht des Aufpralls in den Innenraum geschoben wird. Auch für Knie, Hüfte und Oberschenkel gilt immer noch ein mittleres Verletzungsrisiko. " Dramatisch wird es für kleine Mitfahrer beispielsweise in einer Babyschale auf der Rückbank. Auch die optimale Befestigung der Babyschale kann nicht verhindern, dass es bei 80 km/h zu einer massiv erhöhten Belastung kommt und das Kind schwerste Verletzungen in der Brust davontragen kann", warnt der ÖAMTC-Techniker.

Wie der ÖAMTC-Crashtest zeigt, reichen ab einer gewissen Geschwindigkeit die zur Verfügung stehenden Deformationszonen und Fahrgastzellengrößen nicht mehr aus, um Verletzungen zu verhindern. "Deshalb sind die Fahrer umso mehr aufgefordert, das eigene Risiko durch eine umsichtige Fahrweise und eine den Verhältnissen angepasste Geschwindigkeit zu verringern. Fahrerassistenzsysteme , wie zum Beispiel Bremsassistenten, können dabei zusätzlich unterstützen", sagt der ÖAMTC-Techniker abschließend.

Quelle: ÖAMTC

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