Unfälle zwischen PKW und Fußgänger

6.900 Unfälle sind zu viel - KfV mahnt zu mehr Rücksichtnahme

Rund 7.000 mal pro Jahr kracht es zwischen PKW und Fußgängern. Über 3.000 Fußgänger wurden letztes Jahr im Straßenverkehr verletzt, mehr als 70 getötet. Bei 80 Prozent aller Fußgängerunfälle waren PKW die Unfallgegner. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) setzt sich daher besonders dafür ein, die schwächsten Teilnehmer im Straßenverkehr zu schützen.

"Wir halten Autofahrer immer wieder zu besonderer Vorsicht an! Besonders im Ortsgebiet, vor Schutzwegen und Schulen, wo viele Kinder unterwegs sind, heißt es Tempo drosseln und bremsbereit fahren! Ab 70 km/h ist die Überlebenschance bei einem Crash für Fußgänger nämlich gleich Null", veranschaulicht KfV-Chef Dr. Othmar Thann. Das KfV erinnert zudem an die seit 1994 geltende Regelung, wonach Autofahrer Fußgängern bei Zebrastreifen das ungehinderte und ungefährdete Überqueren der Fahrbahn ermöglichen müssen. Demnach muss der Fußgänger den Fuß nicht erst auf die Fahrbahn setzen, um den Autofahrer zum Stehenbleiben aufzufordern. Es reicht aus, dass er zu erkennen gibt, dass er die Fahrbahn am Zebrastreifen überqueren will. Rechtzeitig verringerte Geschwindigkeit vor einem Zebrastreifen ist daher besonders wichtig.

Ganz aus der Pflicht können aber auch Fußgänger nicht entlassen werden. Die Grundsatzregel heißt: Auf die Fahrbahn gehören Autos, auf den Gehsteig Fußgänger. Wenn Fußgänger die Fahrbahn überqueren, besteht Wartepflicht, ausgenommen wie erwähnt am Schutzweg und bei grüner Ampel. Die Fahrbahn sollte möglichst direkt von einer Straßenseite zur anderen überquert werden. Bei Regen, nasser Fahrbahn oder schlechten Sichtverhältnissen muss mit einem längeren Bremsweg der Fahrzeuge gerechnet werden. Daher müssen auch Fußgänger im eigenen Interesse verstärkt Rücksicht üben. Wichtig ist auch, vor allem in der Nacht und bei Schlechtwetter keine dunkle Kleidung zu tragen, sondern helle, gut sichtbare Farben zu wählen!

Damit Fußgänger im Falle eines Zusammenstoßes glimpflicher wegkommen, empfiehlt das KfV die Frontschutzbügel von Geländeautos , die sogenannten "Kuhfänger" oder "Bull Bars", zu entfernen. Diese dienen in unseren Breiten lediglich als optischer Aufputz und haben keine technische Funktion. Allerdings können sie bei einem Unfall mit Fußgängern oder Radfahrern die Schwere der Verletzungen drastisch erhöhen. Außenairbags oder eine "aktive" Motorhaube, die mehr Platz zwischen Motor und Motorhaube bietet und damit den Aufprall nicht ganz so hart werden lässt, würden die Fußgängersicherheit zudem massiv erhöhen. Derartige Sicherheitssysteme sind aber derzeit noch Zukunftsmusik.