Unfall mit Wild : Der Gegenverkehr ist das größte Risiko

Vorausschauendes Fahren und Bremsbereitschaft können Wildunfälle verhindern

Der Zusammenprall mit einer Wildschweinrotte bei 80 Stundenkilometern muss für Pkw-Insassen nicht lebensgefährlich enden. Das haben ADAC-Crashtests jetzt ergeben. Das Auto zeigt im Frontbereich Schäden, die Fahrgastzelle bleibt aber stabil. Rückhaltesysteme wie Gurt und Airbag schützen optimal. Weitaus dramatischer sind dagegen Ausweichmanöver: Ein abrupter Spurwechsel ist aufgrund der Kollisionsgefahr mit dem Gegenverkehr lebensgefährlich.

Ausweichtests des Automobilclubs mit ESP zeigten, dass das elektronische Stabilitäts-programm zwar das Schleudern verhindert, natürlich aber nicht die Kollision mit dem Gegenverkehr . Beim gleichen Ausweichversuch ohne Stabilitätsprogramm zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier ist das Verletzungsrisiko sehr groß. Das schleudernde Fahrzeug trifft auf der Fahrerseite auf das entgegenkommende Auto. Weil beim seitlichen Aufprall wenig Deformationszone vorhanden ist, ist das Verletzungsrisiko hier sogar besonders hoch.

Um andere Verkehrsteilnehmer und sich selbst nicht zu gefährden, sollten unkontrollierte Ausweichmanöver, gerade dort, wo nicht genügend Platz zur Verfügung steht, unbedingt vermieden werden, rät der ADAC. Stattdessen sollte bei plötzlich auftauchendem Wild so stark wie möglich gebremst, das Lenkrad ganz fest gehalten und die Spur gehalten werden. Ein Zusammenprall mit dem Wild muss im schlimmsten Fall in Kauf genommen werden. 

Das Risiko eines Wildunfalls kann man durch vorausschauendes Fahren minimieren. Die Geschwindigkeit sollte bei Wildwechselgefahr reduziert werden, die Bremsbereitschaft muss erhöht werden. Außerdem ist es wichtig, einen ausreichenden Abstand zum rechten Fahrbahnrand einzuhalten. Durch Abblenden der Scheinwerfer wird dem Tier die Möglichkeit zur Flucht gegeben, eine starke Lichtquelle irritiert das Wild.

Quelle: ADAC

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