Unfallgefahr bei Übermüdung am Steuer ernst nehmen

Etappen planen, die Reise entspannt angehen und Pausen machen

Der Urlaub ist schon zum Greifen nah, wäre da nicht noch die lange Autofahrt ans Ferienziel. Oft muten sich Autofahrer für die ungewohnt langen Strecken zu viel zu und spulen hunderte Kilometer am Stück ab. "Damit steigt die Zahl der Fahrfehler und das Risiko einzuschlafen ", mahnt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. "Die Verantwortung gegenüber sich selbst, seinen Mitreisenden, sowie anderen Verkehrsteilnehmern sollte jeder Fahrer wirklich ernst nehmen."

Ständiges Gähnen , schwere Augenlider , Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, zunehmend Schwierigkeiten sich zu konzentrieren - das sind bereits Alarmsignale. "Erkennt man ein oder mehrere Merkmale von Ermüdung , unbedingt anhalten und eine Pause einlegen . Vor allem monotone Strecken, die in der Nacht gefahren werden, bergen ein hohes Unfallrisiko durch Sekundenschlaf ", weiß Donosa. Übermüdung führt zu ähnlichen Symptomen wie übermäßiger Alkoholkonsum, wie z.B. verlängerte Reaktionszeiten und Schwierigkeiten die Spur zu halten oder Entfernungen richtig einzuschätzen. "Hier heißt es, die Fahrt sofort zu stoppen und zu schlafen oder einen Fahrerwechsel durchzuführen", sagt die ÖAMTC-Expertin."Wer diese fünf Faustregeln beachtet, geht die lange Urlaubsfahrt richtig an", sagt die ÖAMTC-Expertin.Ein ÖAMTC-Appell richtet sich an die Mitreisenden: Um sicher ans Ziel zu kommen, kann auch der Beifahrer einen Beitrag leisten. "Wichtig ist es, dem Fahrer eine Stütze zu sein. Zumindest ein Mitfahrer sollte wach bleiben , vor allem bei Fahrten in der Nacht", sagt Donosa. "Oft fällt es dem Beifahrer früher auf, wenn der Fahrer müde wird. Wenn möglich, auf langen Etappen öfters einen Fahrerwechsel durchführen."

Fünf ÖAMTC-Tipps für die sichere Urlaubsfahrt mit dem Auto

  1. Etappen richtig planen : Bei langen Fahrten die Zeit nicht zu knapp kalkulieren und unbedingt ausreichend Pausen einplanen. Ist das Urlaubsziel weiter als etwa 800 Autokilometer entfernt, sollte ein Zwischenstopp mit Übernachtung eingeplant werden. Wer glaubt, als routinierter Autofahrer seinen müden Körper austricksen zu können, kann einem tödlichen Irrtum unterliegen.
  2. Gut ausgeruht fahren : Wer eine lange Urlaubsfahrt angeht, sollte sich nur ausgeschlafen und erholt hinter das Steuer setzen. Wichtig ist, den persönlichen Biorhythmus zu beachten. Vor allem in der Zeit von zwei Uhr bis sechs Uhr Früh ist das Risiko ermüdungsbedingter Unfälle besonders hoch. Von Fahrten in der Nacht ist deshalb abzuraten. "Auch am Nachmittag, zwischen 14 Uhr und 16 Uhr, kommt es zu einem biologischen Leistungsabfall", so die ÖAMTC-Expertin.
  3. Mach mal Pause : Alle 200 Kilometer oder zwei Stunden einen Zwischenstopp einlegen. Dabei wirkt ein kurzes Nickerchen genauso Wunder wie Bewegung an der frischen Luft.
  4. Vernünftig verpflegen : Ausreichend Flüssigkeit trinken, am besten Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder Tee, keinesfalls Alkohol. Auf leichte und vitaminreiche Ernährung achten. Vitaminmangel führt zu Müdigkeit und Unkonzentriertheit. Empfehlenswert sind Fischgerichte, Salate, Joghurt und Obst. Schweinsbraten und Schnitzel sind schlechte Reisemahlzeiten. Der Genuss von zu schwerem oder üppigem Essen erhöht die Gefahr von Schläfrigkeit.
  5. Ehrlich zu sich selbst sein : Nicht versuchen, die ersten Anzeichen von Müdigkeit mit frischer Luft bei geöffnetem Fenster, lauter Musik oder einem aufputschenden Getränk wie Kaffee zu kompensieren. Dabei kommt es lediglich zu einer kurzfristigen, trügerischen Besserung. Man fühlt sich vorübergehend wacher, ist es aber nicht - die zunehmende Übermüdung und die verminderte Leistungsfähigkeit lassen sich längerfristig nicht wett machen.

Auch Mitreisende sollen Verantwortung übernehmen

Quelle: ÖAMTC

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