Unfallrisiko im Straßenverkehr in Österreich hoch

Alpenrepublik weist zweithöchstes Verkehrsunfallsrisiko der EU auf

Das Unfallrisiko in Österreich ist im EU-Vergleich besonders hoch . Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Pro Million Einwohner passieren nur in Slowenien mehr Verkehrsunfälle. "Die Zahl der Unfälle stagniert auf hohem Niveau ", so VCÖ-Experte Martin Blum. Ohne zusätzliche Maßnahmen werde Österreich seine Verkehrssicherheitsziele deutlich verfehlen. Der VCÖ fordert daher, dass "Vision Zero" als Grundlage für die Verkehrssicherheitsarbeit beschlossen wird.

Die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr ist in der Alpenrepublik seit dem Jahr 2000 um 29 Prozent auf 691 im Vorjahr zurückgegangen. "Die Zahl der Verkehrsunfälle und der dabei verletzten Personen hat sich jedoch kaum verändert ", meint Blum. Mit 41.096 Verkehrsunfällen im Jahr 2007 sei die Zahl im Vergleich zu 2000 um nur 2,4 Prozent gesunken. Für Blum mache die Statistik deutlich, dass der Rückgang bei der Zahl der tödlich Verunglückten auf die verbesserte medizinische Versorgung sowie auf den Insassenschutz moderner Fahrzeuge zurückzuführen sei. "Die Zahl der Unfälle hat aber kaum abgenommen", so Blum. Das bedeute, dass es bei der Unfallvermeidung großen Nachholbedarf gebe.

Im internationalen Vergleich schneidet Österreich in der Unfallstatistik schlecht ab : Pro Million Einwohner passieren 4.808 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Nur in Slowenien ist die Anzahl mit 5.771 höher. "Der Durchschnittswert liegt bei den EU25 bei rund 3.000 Verkehrsunfällen pro Million Einwohnern." Das statistisch sicherste Land ist Dänemark . Hier ereignen sich pro Million Einwohner lediglich 991 Verkehrsunfälle. Auch in den Nachbarstaaten Deutschland (3.985 Unfälle/Million Einwohner) und in der Schweiz (2.863 Unfälle/Million Einwohner) passieren deutlich weniger Verkehrsunfälle.

Österreich hat sich im Rahmen des Verkehrssicherheitsprogramms Ziele für das Jahr 2010 gesetzt: Im Vergleich zum Jahr 2000 soll es in zwei Jahren um 50 Prozent weniger Verkehrstote und um 20 Prozent weniger Verkehrsunfälle mit Personenschaden geben. Konkret heißt das für das Jahr 2010 weniger als 500 Verkehrstote und weniger als 33.000 Verkehrsunfälle. "Unsere Studie zeigt, dass wir davon sehr weit entfernt sind", so Blum. 2007 gab es in Österreich 41.096 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, in diesem Jahr rechnet der VCÖ mit rund 39.700. "Wenn in der Verkehrssicherheit Ziele verfehlt werden, dann bezahlen Menschen mit ihrer Gesundheit oder gar ihrem Leben. Umso wichtiger ist es, dass rasch Maßnahmen gesetzt werden, die es doch noch ermöglichen die Ziele zu erreichen", zeigt sich Blum überzeugt.

"Der VCÖ fordert, dass das Konzept 'Vision Zero' als Grundlage der Verkehrssicherheitsarbeit auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene beschlossen wird." Vision Zero bedeute ein Verkehrssystem, das menschliche Fehler zulässt, ohne dass diese zu schweren Verletzungen führen oder gar tödliche Folgen haben. "Die Verkehrssicherheit wird mit möglichst wenigen Einschränkungen der Mobilität der Menschen verbessert, unfallvermeidende Maßnahmen haben Vorrang ", erklärt der Experte. Wie dramatisch die Zahl der Verkehrsunfallopfer ist, macht die Statistik seit dem Jahr 2000 deutlich: Seit damals sind 7.450 Menschen ums Leben gekommen, 479.000 Menschen wurden in dieser Zeit bei Verkehrsunfällen verletzt.

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