Wildwechsel : Erhöhte Vorsicht im Herbst

Zusätzliche Gefahrenquelle für Autofahrer

Früh einsetzende Dunkelheit, Nebel, nasses Laub und der beginnende Wildwechsel machen unsere Straßen im Herbst besonders gefährlich - die Zeit der Wildunfälle beginnt. Und das Risiko einer Wildkollision darf auch bei bestehender Kaskoversicherung nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Jährlich passieren auf Österreichs Straßen tausende Wildunfälle - leider die meisten dort, wo keine Wildwechsel-Warnschilder zu erhöhter Vorsicht mahnen. 2006 verunglückten 150 Menschen bei der Kollision mit Wildtieren , einige tödlich. Neben persönlichem Leid und dem Leid der angefahrenen Tiere kann auch der resultierende finanzielle Schaden beträchtlich sein. Eine bestehende Kaskoversicherung kann zwar die durch Wildunfall entstandenen Schäden am eigenen Fahrzeug abdecken, gegen das tödliche Risiko solcher Unfälle kann sie aber nichts ausrichten.

Vorbeugende Maßnahmen

Tests haben gezeigt, dass etwa ein Reh bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h mit einer Wucht von zwei Tonnen auf das Fahrzeug prallt. Die oberste Regel zur Vorbeugung von Wildunfällen lautet daher " gemäßigte Geschwindigkeit ". Erhöhte Aufmerksamkeit ist vor allem in der Nähe von bewaldeten oder mit dichtem Gebüsch bewachsenen Gebieten anzuraten, besonders vor Kurven sollte das Tempo gedrosselt werden . Straße aber auch angrenzende Felder im Auge behalten, so weit wie möglich vom rechten Straßenrad Abstand halten - natürlich ohne den Gegenverkehr zu behindern. Wenn ein Wildtier im Scheinwerferkegel auftaucht: bremsen, Licht abblenden und hupen - oft kann so ein Zusammenstoß gerade noch verhindert werden. Wildtiere sind meist in Herden unterwegs, hat ein Tier gerade die Straße überquert, sofort langsamer werden, es kommen vermutlich andere nach. Die Zeit der Morgen- und Abenddämmerung ist besonders gefährlich , das Wild geht auf Nahrungssuche und kehrt abends zurück in die Unterstände. Zwei Drittel der Unfälle passieren zwischen Sonnenuntergang und Tagesanbruch.

Wenn trotzdem ein Unfall passiert

Wenn trotz aller Vorsicht ein Unfall unvermeidlich ist, das Lenkrad festhalten und keine riskanten Ausweichmanöver riskieren . Auch wenn die Hemmschwelle, ein Tier möglicherweise zu töten groß ist, endet das verreißen des Lenkrades häufig noch mit weitaus schlimmeren Folgen. Fahrsicherheitstrainings helfen, in solchen Krisensituationen richtig zu reagieren. Nach einem Unfall die Unfallstelle absichern und die Polizei informieren . Die polizeiliche Anzeigebestätigung ist für die Abwicklung des Schadenfalles bei der Versicherung notwendig.

Wann zahlt die Versicherung

Voraussetzung für die Entschädigung für Wildschäden ist eine Kaskoversicherung (Teil- oder Vollkasko). Sie deckt - anders als die Kfz-Haftpflichtversicherung - Schäden am eigenen Fahrzeug. Da die Kasko-Vertragsbedingungen für Wildschäden je nach Versicherungsunternehmen variieren können, ist ein Blick in die eigene Versicherungspolizze ratsam. Laut den VVO-Musterbedingungen ist ein Wildunfall mit Haarwild "durch Berührung des in Bewegung befindlichen Fahrzeuges auf Straßen mit öffentlichem Verkehr" jedenfalls gedeckt, es können in abweichenden Bedingungen aber auch Leistungen für die Kollision mit Federwild oder Haustieren vereinbart sein.

Für die Abwicklung des Versicherungsschadens ist eine Anzeigenbestätigung der Polizei erforderlich, Unfallspuren am Fahrzeug sollten nicht entfernt werden . Mit der Anzeigenbestätigung der Polizei muss der Kaskoversicherer binnen einer Woche ab Unfalldatum verständigt werden. Grobe Fahrlässigkeit des Lenkers - etwa durch Alkoholisierung - kann zur Leistungsfreiheit der Versicherung führen.

VVO

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