Zusammenstoß mit einem Hirsch : Ein ÖAMTC Crashtest

Riskante Ausweichmanöver bergen höheres Risiko als Zusammenstoß

Wildtiere sind immer wieder Auslöser für schwere Unfälle . Von Jänner bis November 2007 ereigneten sich in Österreich 169 Wildunfälle mit Personenschaden , 202 Personen wurden dabei verletzt. Nicht als Wildunfälle erfasst sind dabei Unfälle, die ohne direkten Wildkontakt durch ein Ausweichmanöver ausgelöst werden. Ein vom ÖAMTC durchgeführter Crashtest hat gezeigt, dass die Verletzungsgefahr bei einem Zusammenstoß mit einem Wildtier für die Insassen relativ gering ist - wenn der Fahrer richtig reagiert.

Bei einer Testgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern (unter Berücksichtigung eines ersten Bremsmanövers) wurde ein 55 Kilogramm schwerer und 92 Zentimeter großer Damhirsch-Dummy nach dem Aufprall auf die Motorhaube katapultiert. Die Motorhaube wurde schwer beschädigt, die Windschutzscheibe blieb unversehrt . "Die Insassen wären bei einem echten Unfall unverletzt geblieben", sagt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

" Gefahr für die Insassen besteht nur, wenn es sich um ein sehr großes Tier, wie einen Rothirsch , handelt oder wenn die Front des Pkw stark geneigt, kurz oder stark abfallend ist", so der ÖAMTC-Experte. Das weitaus größere Risiko für die Fahrzeug-Insassen ist eine falsche Reaktion des Fahrers. Durch riskante Ausweichmanöver gefährdet der Lenker nicht nur die Fahrzeuginsassen im eigenen Auto, sondern zusätzlich auch andere Verkehrsteilnehmer. Bei einem unvermeidbaren Zusammenstoß mit einem Wild sollte der Lenker scharf bremsen und dabei das Lenkrad mit beiden Händen gut festhalten .

Die meisten Wildunfälle ereignen sich im Frühjahr und im Herbst während der Dämmerung. Generell empfiehlt der ÖAMTC im Bereich von Wildwechsel-Warnschildern besondere Aufmerksamkeit und vorausschauendes Fahren . Ein größerer Abstand zum rechten Straßenrand verschafft eine längere Reaktionszeit. "Wenn man ein Tier sieht, das Fernlicht abblenden , hupen , die Geschwindigkeit reduzieren und die Bremsbereitschaft erhöhen . Da Wildtiere meist in Gruppen flüchten, sollten Autofahrer außerdem damit rechnen, dass einem Tier ein weiteres folgen kann", so der ÖAMTC-Techniker.

So kann man Wildunfälle vermeiden

Passiert trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Unfall mit einem Wildtier, sind folgende Punkte zu beachten: Warnblinkanlage einschalten und Absicherung der Unfallstelle mit dem Pannendreieck, Versorgung eventuell verletzter Personen, Verständigung der Polizei und der örtlichen Jägerschaft . Für die Kasko-Versicherung wird eine polizeiliche Meldebestätigung des Unfalls benötigt.

Quelle: ÖAMTC

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